LCD vs (AM)OLED

In der Welt der Smartphones stolpert man immer wieder über zwei Begriffe, meistens im Zusammenhang mit dem verwendeten Bildschirm – LCD und (AM)OLED. Die sich hinter diesen Begriffen versteckte Technologie unterscheidet sich grundsätzlich und hat verschiedene Auswirkungen auf die Bildqualität des Geräts und die Reparatur eines möglicherweise defekten Displays.

Wo ist der Unterschied?

LCD steht für “liquid crystal display” und ist die am häufigsten, in aktuellen Geräten, verbaute Displaytechnologie. Konkret handelt es sich um Flüssigkristallanzeigen, bei denen einzelne Segmente (Pixel) angesteuert werden und abhängig von der anliegenden Spannung ihre jeweilige Lichtdurchlässigkeit ändern. Damit ändert sich die Durchlässigkeit für von hinten auf die Flüssigkristallschicht gestrahltes Licht. Letzteres wird bei allen aktuell verbauten Displays durch LED- Backlight erzeugt.

Der direkte Konkurrent zu dieser Technologie sind sog. OLED (organic light emitting diode) Anzeigen. AMOLED bezeichnet dabei eine, von Samsung genutzte, Sonderform eben dieser OLED Displays. Die grundlegende Funktionsweise ist bei beiden Formen identisch. Es werden (teils mehrere) dünne Schicht(en) aus organisch halbleitenden Materialien zwischen zwei Elektroden positioniert. Der Begriff organisch stammt aus der Chemie und weist auf die Verwendung von Materialien hin, die auf Kohlenstoff basieren. Dabei kann jedes Pixel individuell angesteuert werden und auch komplett abgeschaltet werden. Es ist auch keine Hintergrundbeleuchtung notwendig.

Kurz und knapp kann man sagen, dass bei LCD’s einzelne Segment vor einer Hintergrundbeleuchtung für die Farbdarstellung verantwortlich sind, während bei OLED jedes Pixel selber Licht emittiert.

Was bedeutet das in der Praxis

Der größte Unterschied liegt im Kontrastverhältnis. Bei einem LCD kann das Backlight niemals komplett ausgeschaltet, sondern lediglich lokal gedimmt werden. Aus diesem Grund erscheint ein eigentlich schwarzer Bildausschnitt auch niemals total schwarz, sondern schimmert leicht gräulich. OLED’s dagegen sind, wie bereits beschrieben, in der Lage, einzelne Pixel isoliert zu steuern. Schwarz bedeutet dann wirklich „Aus“. Dies ist der Grund, warum sich bei einem OLED Panel ein theoretischer Kontrast (Unterschied zwischen dem hellsten und dunkelsten Bildbereich) von unendlich:1 erreichen lässt, während gute LCD’s bei 1154:1 (iPhone 8) liegen. Als Konsequenz erscheinen Farben eines OLED’s satter und kräftiger als die eines LCD-Displays.

Das bedeutet natürlich nicht, dass ein LCD insgesamt schlechter ist. So zeigt Apple eindrücklich, wie man sehr gute Bildschirme produzieren kann, die nicht auf OLED basieren. Insbesondere die Kalibrierung und damit die Farbechtheit ist häufig akkurater. Ein iPhone 8 zeigt beispielsweise nicht die knalligsten Farben (verglichen mit einem S8), deckt aber den sRGB Farbraum zu über 100% ab und zeigt damit realistische Farben. Derart gut kalibrierte Geräte sind besonders für Fotografen wichtig.

Trotzdem ist die OLED Technologie weiter auf dem Vormarsch und findet eine wachsende Verbreitung.

Herstellung und Kosten

Betrachtet man den Markt, wird man unweigerlich feststellen, dass fast ausnahmslos teure Flaggschiffe auf OLED setzen. Bei günstigen Geräten wird hingegen weiter auf LCD’s gesetzt. Der Grund dafür ist einfach: Kosten. Die Herstellung eines LCD Bildschirms ist vergleichsweise einfach, gut entwickelt und weist eine geringe Ausschussrate während der Produktion auf. Auf der anderen Seite erweist sich die Produktion von OLED Panels als wesentlich komplizierter. Der Herstellungsprozess ist derart komplex und aufwendig, dass weltweit nur LG und Samsung in der Lage sind, diese gewinnbringend zu produzieren. Bei großen Panels für Fernseher hat LG sogar ein Monopol und ist damit konkurrenzlos. Dies treibt den Preis für Geräte mit OLED in die Höhe, da Apple und Co. die verbauten Displays von Dritten einkaufen müssen.

Dies hat auch interessante Auswirkungen auf die Reparatur eines beschädigten Displays. Zum einen sind die Ersatzteilpreise stark erhöht und gleichzeitig sind OLED’s tendenziell komplizierter zu verbauen. Aus diesem Grund sind Reparaturen bei diesen Smartphones besonders kostspielig, während LCD’s in der Regel wesentlich preisgünstiger von uns repariert werden können.

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